Warum bin ich der …

… “Achental-Misthaufen-Poet”?

Die Geschichte dazu. Ich war in Trostberg im Krankenhaus, habe leider eine neue Hüfte gebraucht. Ich war also nicht in der Psychiatrie sondern in der Orthophädie. Noch während ich dort lag erreichte mich folgende Genesungsmail:

Servas Schneider-Buam,

ich weiß ja nicht immer genau, mit wem ich da gerade schreibe, wer von euch sauber in der Spur läuft, daher schreibe ich euch alle an, einer wird sich schon angesprochen fühlen.

Schön, dass ihr in den Therapiepausen auch mal heim dürft, moderne Medizin macht’s möglich, gut eingestellt geht schon was. Computer dürft ihr auch, toll!  Das ist nett für den von euch mit der E-Maileritis.

Der Vorstand wünscht gute Besserung! 

Immer pünktlich Medikamente nehmen! 

Und an den Autor der Achental-Misthaufen-Poetik: ab und an den Schaum vom Mund abwischen, sonst wird die Tastatur ganz batzig!

Beste Grüße, und immer schön machen, was der Onkel Doktor sagt! 

Sonst passiert folgendes:

Ein Sprichwort: Wenn Du solche Freunde hast, dann brauchst Du nicht auch noch Feinde!

Und jetzt die FSGU-Story …

… die mich, leider bzw. Gott sei Dank, zum Austritt bewegt hat!

Also, im Herbst letzten Jahres bin ich mit der Dimona geflogen. Bei der Landung ging die Bremse sehr schlecht bis fast gar nicht. Eigentlich ging sie schon länger nur mäßig, auch die Wartung beim LTB und Entlüftungsversuche der Vorstände (sichtbares Zeichen, der Rumpf ist innen und außen völlig verklebt und der Hallenboden auch) haben nicht wirklich etwas gebracht. Da ich mich auskenne, schraube seit 1995 an dieser Dimona und nachdem ich auch als für die Wartung berechtigt im AMP eingetragen bin, habe ich mal selbst geschaut und probeweise die Gewindestange am Hauptbremszylinder 1-2 Millimeter nachgestellt, sodass die Bremse wieder griff, nicht gut, aber halt wieder so wie sie seit Jahren war.

Gleichzeitig habe ich den Vorstand von meiner Arbeit informiert und ihm folgende Mail geschrieben: „Irgendwie ist die Bremse komisch, im letzten Teil wird der Klappenhebel schwammig, gefühlt gibt irgend etwas nach. Da muss mal jemand ran, der sich auskennt. Nach der letzten LTB-Wartung ging die Bremse zwar besser, aber trotzdem auch nicht so, wie sie gehen sollte. Da ist immer noch etwas faul im Klappen-/Bremssystem.“

Antwort habe ich natürlich nicht bekommen, stattdessen wurde die Dimona sofort zum LTB geflogen und der Auftrag erteilt, dass mal genauer nach dem Brems-/Klappenmechanismus geschaut werden soll. In der Rechnung steht: „Bremsklappe falsch eingestellt“, was immer das bedeuten soll, denn die Bremsklappe war nicht falsch eingestellt, sondern hochgradig kaputt! Der LTB hat dann endlich wirklich mal genauer geschaut und festgestellt, dass der Klappenmechanismus wohl schon seit Jahren völlig kaputt war. Da war nix falsch eingestellt, sondern die ganze Anlenkung der Klappen war aus- und aufgearbeitet. In der Rechnung steht: „Buchsen angefertigt, Torsionswelle hat sich in GFK eingearbeitet“, „Einsetzen von Buchsen in der Torsionswelle“. Natürlich war die Reparatur sehr aufwändig, weil z.B. der Tank ausgebaut werden muss, damit man an das Gestänge überhaupt dran kommt.

Irgendwann kam die Dimona von der Reparatur zurück, Klappen gehen zwar nicht mehr weit raus, dafür funktioniert die Bremse jetzt gut, scheinbar also alles o.k. Lange Landung, dann gute Bremse, perfekt. Habe ich gedacht, aber leider war dem nicht so. Ein halbes Jahr später, jetzt im April, haben sich zwei Vorstände wohl überlegt, dass sich aus der Sache etwas machen ließe. Sie haben einfach so behauptet, die Reparatur wäre nur deshalb so teuer geworden, weil ich vorher die Bremse nachgestellt hätte. Darauf muss man erst mal kommen. Entsprechend haben sie mir eine Rechnung über 10 Stunden LTB-Arbeit geschickt, ich sollte demnach 990 €, genau die Hälfte der Rechnung bezahlen. Was ich natürlich abgelehnt habe, mit dem Hinweis, dass das seit Jahren total kaputte Klappengestänge wohl nichts mit der Bremseneinstellung zu tun haben kann. Außerdem hätte ich es gerne schriftlich vom LTB, dass durch meine Bremseneinstellung 10 Stunden Mehraufwand bei der Reparatur entstanden sind. Natürlich bestätigt der LTB das nicht, wäre ja völliger Blödsinn.

Am nächsten Tag dann ein Anruf von einem Vorstandsmitglied, er stünde ja selber nicht hinter der Sache, aber halt leider die anderen zwei und die würden, falls ich nicht bezahle, einen Vereinsausschluss bei der nächsten Hauptversammlung erwirken. Nur damit ich das weiß. Gut, ich habe natürlich geantwortet ich würde mich vor Gericht dagegen wehren usw., habe mich fürchterlich aufgeregt.

Wieder am nächsten Tag dann eine Mail, die Vorstände wären sich jetzt doch alle einig, dass die 990 € nun neu die Strafe dafür wären, dass ich die Dimona überhaupt angefasst hätte. Zahle ich nicht bliebe nur ein Vereinsausschluss. Aber, in dem Schreiben war auch das Angebot, dass ich alle Vereinsbeiträge für 2026 zurück bekomme und mir die komplette Strafe erlassen wird, wenn ich die FSGU freiwillig verlasse! Ja und dieses Angebot konnte ich mir dann nicht entgehen lassen. Geld zurück, Strafe erlassen, Nerven geschont und damit Lebenszeit gewonnen, drei äußerst glückliche FSGU-Vorstände, eine absolute Win-win-win-Situation!

Anmerkung: Seit längerer Zeit bin ich für die Vorstände ja schon nicht mehr der Manfred, sondern der „Achental-Misthaufen-Poet“. Diese Geschichte kommt auch noch.

Vier Segelflugzeuge …

… sind jetzt in kurzer Zeit bei der FSGU leider verkauft worden. Der Philip hat mit Fliegen aufgehört, hat seinen Lebensmittelpunkt nach Griechenland verlegt und seine LS7 nach Dänemark verkauft. Der Markus kann leider nicht mehr fliegen, sein Ventus b fliegt jetzt in Sterzing. Der Rainer kann auch nicht mehr fliegen, hat seine ASW19 verkauft. Ja und die ASW20L TOP von Hans und mir fliegt jetzt in Ungarn, östlich von Budapest in Hajdúszoboszló. Es ist nicht aufzuhalten, zumindest bei der FSGU wirkt sich die Demografie immer mehr aus. Die alten Piloten hören auf, junge kommen keine mehr nach. Selber bin ich (war) inzwischen das älteste noch fliegende Mitglied in der FSGU, mit 4 Jahren Abstand zum nächsten. Für die Dimona haben wir aktuell noch fünf (jetzt vier) Piloten, wovon einer aus beruflichen Gründen eher wenig fliegt. Den sehr wartungsintensiven Flieger zu finanzieren wird schwieriger werden. Glücklicherweise wirft die Halle jedes Jahr gutes Geld (wird aber auch weniger) ab, sodass wenigstens die Finanzierung der FSGU die nächsten Jahre kein Problem werden wird.

Zum Basteln …

… gibt es immer was. Meine Rundumkamera am Flugplatz brauchte dringend Service. Die Software war total veraltet, Feuchtigkeit war drin und der Schrittmotor gab bedauerliche Geräusche von sich und musste ausgetauscht werden. Aber, geht langsam wieder, morgen steige ich vielleicht auf’s Dach.
Ja und bei der Dimona hat mir nicht gefallen, dass der Einstieg auf den Radschuhen teilweise abgegangen ist. Hatte noch einen Rest und habe ausgebessert.