Ja, wie erwartet kam heute dann doch die Strompreiserhöhung. Einfach mal schnell von 24,59 Ct pro kWh auf 42,94 Ct und Grundpreis 13,30 € im Monat erhöht, perfekt! Dabei der Trost, alles über 40 Ct würde ja der Staat bezahlen, blieben dieses Jahr also nur 40 Ct pro kWh. Ich möchte nicht wissen, wird ja auch schon fleißig thematisiert, wie viele Energieversorger sich ungerechtfertigt bereichern wollen. Das Bundeskartellamt wird wohl die Abteilung für die Preissteigerungsprüfung bei den Energieversorgern deutlich aufstocken müssen.
Aber, habe einen neuen Anbieter (großer Energieversorger, kein Billigheimer), Ökostrom für 35,07 Ct bei einem Grundpreis von 12,40 im Monat. Dazu noch 41 € Bonus. Preis für ein Jahr fest. Geht doch (noch)!
Auf der einen Seite steigt jetzt die Rendite meiner PV-Anlage, ich spare ja je selbst verbrauchter Kilowattstunde, aber andererseits fällt sie, weil ich mit der Sparerei immer weniger verbrauche. Der Witz ist ja, eine kWh hat bei mir einen Selbstkostenpreis von 10 Ct. Und genau für diese 10 Ct muss (aus heutiger Sicht darf) ich den Strom verkaufen! 8.000 kWh gebe ich quasi jedes Jahr zum Selbstkostenpreis ab. Dabei müsste man aktuell sogar noch mit einem kalkulatorischen Zins von 3 % rechen, heißt eigentlich kostet mich die kWh aktuell 12 Ct! 2022 war meine Rendite 2,53 % ohne Zinsen gerechnet. Durch den höheren Strompreis von 35 Ct steigt natürlich die Rendite in 2023, dafür gäbe es aber auf Festgeld inzwischen 3 %, das macht den Vorteil wieder zunichte.
So gesehen sind Balkonkraftwerke auch eher fragwürdig. Wenn man nicht tagsüber mindestens ein E-Auto laden kann, was allerdings bei 600 Watt Ladeleistung eher sehr lang dauert, nämlich so ca. 8 Sonnentage von leer bis voll, dann verschenkt man glatt die Masse des erzeugten Stroms. Wer hat schon einen Grundbedarf von 600 Watt? Zum Vergleich, bei mir sind es 80 Watt. Wenn ich aber wasche, trockne, spüle, Kaffee mache, bügle, Staub sauge usw. dann sind gleich mal 1 bis 3 kW Leistung fällig. Die muss man dann trotzdem teuer kaufen.
Photovoltaik auf dem Dach
Was macht der Strompreis?
Irgendwie schon spannend, was da momentan so abgeht. Manche Energieversorger verlangen in der Grundversorgung jetzt 50 bis 60 Cent und mehr für die Kilowattstunde, wobei aber 80 % des bisherigen Verbrauchs, über 40 Ct Strompreis, aktuell vom Staat getragen werden. Der Witz dabei, die Versorger erhöhen für die Bestandskunden massiv und bieten gleichzeitig 35 Ct pro kWh für Neuverträge. Wer soll das verstehen?
Ich gehöre scheinbar zu den Glücklichen, die bisher vergessen wurden. Mein (natürlich Öko-) Strompreis immer noch 24,59 Ct und bisher noch keine Erhöhung angeküdigt, komisch?
Meine Empfehlung, wer ein Dach hat, der sollte über PV nachdenken aber vielleicht nicht unbedingt einen Speicher bauen, denn der ist teuer und bringt relativ wenig. Mein DIY-Minispeicher (nur 2,5 kWh) läuft ja jetzt seit ein paar Wochen, die Erkenntnis aber, es ist nicht leicht Strom vom Tag in die Nacht zu bringen. Im Winter, wenn man höheren Bedarf hat, gibt es mangels Sonne am Tag öfter mal gar nichts zu speichern. Und im Sommer werden die Nächte immer kürzer, die Heizung läuft nicht und somit braucht man in der Nacht dann auch kaum Strom.
Das eigentlich Effektivste ist nach meiner Erfahrung einfach Strom sparen. Da hat man sehr schnell einen Erfolg und wird immer unabhängiger von den verlangten Strompreisen.
Habe mir mal unsere Statistik vom Energieversorger ausgedruckt. An uns verdient er wohl nicht mehr sehr viel. PV Anlage und das Sparen haben uns von ca. 4.000 kWh (2019 ohne PV) auf 1284 kWh im Jahr 2022 gebracht. Das sogar mit Elektroauto. Mit dem neuen Minispeicher wird es 2023 unter 1.000 kWh gehen…

Der Stromspeicher …
… ist jetzt produktiv! Er ist im Keller untergebracht. Das System wird überwacht und gesteuert von einem Raspberry Pi mit der Anwendung Home Assistant. So wird gewährleistet, dass nur Sonnenenergie in den Akku geladen wird und nur dann Energie wieder ins Haus gespeist wird, wenn sie auch benötigt wird. Habe die Anlage inzwischen im Marktstammdatenregister angemeldet und das E-Werk Unterwössen darüber in Kenntnis gesetzt. Somit ist das Projekt sauber abgeschlossen und in Betrieb.
Hier noch einmal die Eckdaten:
Speicher 24 V LiFePO4 Akku mit 100 Ah, entsprechend 2,5 kWh
Ladegerät 18 A, entsprechend 0,56 kW Ladeleistung
Einspeisung mit Wechselrichter max. 300 W, typische Einspeiseleistung 100 W
Spannungssensor Shelly UNI
Gleichstromrelais Shelly Plus 1
Zwei 220 V AC Schalter und Messpunkte Shelly Plug S
Gesamtwirkungsgrad 84 %
Kosten 1.000 € netto
Die Kalkulation:
Einspeiseenergie ca. 1,4 kWh pro Tag, erhofft im Jahr ca. 400 kWh.
Die Ersparnis ergibt sich aus 400 x ( Strompreis – 10 Ct Selbstkosten), bei einem Strompreis von 35 Ct wären das ca. 100 € im Jahr. Je höher der Strombezugspreis, desto besser 😉
Die Ersparnis steht aber nicht im Vordergrund! Es geht darum eine einfache und nicht zu teure Lösung für einen Speicher zu bauen und damit noch mehr Solarenergie vom Dach selbst zu nutzen.


