Die Jahresbilanz 2025 …

… ist fertig!

Unsere Energieerzeugung und der Verbrauch etwa wie 2024, die Eckwerte:
Mit unserer 9,5 kW Peak PV-Anlage haben wir 9.571 kWh Strom erzeugt,
Der Speicher (Wirkungsgrad 80 %) hat 386 kWh Solarenergie für die Nacht gerettet,
Unser Stromverbrauch 4.044 kWh, davon für den ZOE 1.771 kWh.
Kaufen mussten wir noch 1.262 kWh, die für nur 21 Ct/kWh.
Unsere Selbstkosten (Abschreibung auf 20 Jahre, Versicherung, Wartung, Reparatur) pro kWh Erzeugung liegen bei 10 Ct, die Einspeisevergütung auch bei noch guten 10 Ct. Bedeutet aber, unser eingespeister Strom ist zum Selbstkostenpreis komplett verschenkt.

Die Werte aus dem Home Assistant zeigen, was mit einer 9,5 kWh Peak Anlage, mit 2,5 kWh Speicher und mit E-Auto etwa zustande kommt:

Die wesentlichen Erkenntnisse für mich, der Eigenverbrauch mit 29 % ist zu niedrig, es bräuchte noch ein E-Auto? und eine Wärmepumpe! Auch mehr Bewohner im Haus, mit einem höheren Verbrauch, wären gut! Eine Vergrößerung des Speichers ist ohne mehr Verbrauch, trotz Kosten von nur mehr 1.000 € für 5 kWh, leider unwirtschaftlich.
Die Rendite der ganzen Anlage liegt bei mageren 1,87 %. Warum? Weil der Strom einfach momentan so billig ist! Für 2026 bekommt man ohne Problem einen Stromvertrag über 25 Ct/kWh bei 15 € Grundpreis, das ohne jegliche Provisionen. Würde man jedes Jahr wechseln, käme man sicher unter 20 Ct, unglaublich.
Zum E-Auto. Der Betrieb ist, wenn man im Wesentlichen an der Steckdose bzw. PV-Anlage laden kann, unfassbar billig. Wir sind 12.000 km gefahren, haben dafür inklusive Urlaubsfahrten ca. 370 € gesamt für den Strom gezahlt, das macht ca. 3 € für 100 km. Momentan besteht nur ein Problem, der Wiederverkaufswert eines E-Autos ist deutlich schlechter, wie bei einem Verbrenner. Wir begegnen dem, indem wir das Auto einfach so lange weiter fahren, bis es wirtschaftlicher wird. Unser ZOE wird 6 Jahre alt, er hat keinerlei Probleme, braucht praktisch keine Wartung. Warum sollten wir ein neues Auto kaufen?
Was könnten wir aber vielleicht dennoch 2026 oder 2027 machen? Eine Wärmepumpe bauen! Wobei man auch hier ehrlicherweise sagen muss, dass sich diese momentan nicht wirklich rechnet, vielleicht mit Förderung? Das Heizöl hat sich bei guten 90 Ct/L eingependelt, bedeutet für uns Heizkosten von ca. 2.000 € im Jahr. Die Wärmepumpe käme vielleicht auf 1.500 € Stromkosten, also Ersparnis ca. 500 € im Jahr. Vielleicht sollte dieser Gedanke aber nicht im Vordergrund stehen, sondern mehr der Vorteil für unsere Umwelt. In den nächsten Jahrzehnten wird alles fast nur noch mit Strom aus Sonne und Wind laufen. Diese Energie ist billig und unbegrenzt verfügbar. Und deshalb wird es so kommen, egal was die Politik macht oder nicht macht. Einfach weil es die beste und kostengünstigste Lösung ist!

Interessante Entwicklung …

… beim variablen Strompreis an der Börse! Ich beschäftige mich mit dem Thema, weil ich mir demnächst wieder einen neuen Stromanbieter suchen muss. Bin momentan bei LOGO Energie mit 26,42 Ct/kWh und 9,90 € Grundgebühr, das wird sicher nicht so bleiben, ist einfach zu günstig.

Seit längerem wird immer wieder angepriesen, mit einem Stromvertrag zu variablen Börsenpreisen, viel Geld sparen zu können. Unser Michael war auch an dem Thema dran, hat sich aber dann doch für einen Festvertrag entschieden. Er hatte sich spaßeshalber einen Tibber Pulse besorgt, den er aber dann nicht mehr benötigt hat. Bevor er nun rum liegt, habe ich ihn bei mir eingebaut und in meinen Home Assistant integriert. Bringt nicht so viel Zusatznutzen, nur die Werte für den Strombezug und die Einspeisung werden sehr genau. Zum Ablesen der Zählerstände muss ich nicht mehr in den Keller, ein großer Vorteil 😉

Aber, weil es mich interessiert, habe ich mich mit den Tibber-Preisen beschäftigt. Tibber verlangt eine Gebühr von 5,99 € monatlich, zusätzlich zu den Netznutzungsgrundgebühren, das ist so weit o.k. Dazu kommt der zeitlich genau abgerechnete Börsenstrompreis. Und da liegt neuerdings der Haken, die Strompreise sind im Durchschnitt einfach zu hoch und das ganz schlimm morgens und abends, genau dann wenn man üblicherweise mehr Strom braucht. Hat man jetzt dummerweise auch noch eine PV-Anlage, dann ist der Strom genau dann billiger, wenn man selbst genügend Strom vom Dach hat. Selbst mit E-Autos hat man wenig Nutzen, denn der Strom ist zwar manchmal ein paar Stunden am Tag billiger oder gar umsonst, das reicht dann aber auch nicht unbedingt, um die Autos gescheit zu laden. Ich habe jetzt nur mal zwei aktuelle Tage angeschaut, das Ergebnis war ernüchternd. Auch der durchschnittliche Strompreis für das Jahr 2024 lag in einem nicht gerade guten Bereich.

Generell ist ja die Frage, welche Aussagekraft überhaupt der Börsenstrompreis, der die letzten zu verkaufenden Kilowattstunden abbildet, für den gesamten gehandelten Strom hat. Die Masse des Stroms wird doch langfristig zu fix ausgehandelten Preisen gekauft bzw. verkauft. Warum sollte ich als kleiner Verbraucher eigentlich immer von den letzen verfügbaren Kilowattstunden kaufen? Zumal inzwischen vermutet wird, dass auch an der Strombörse gezockt wird, wie sonst an den Börsen halt auch. Ganze Kraftwerke werden wohl zur Beeinflussung des Preises an der Börse so oder so eingesetzt. Bisher dachte man der Gaspreis würde den Strompreis an der Börse nach dem Merrit-Order-Modell bestimmen. Die Auswüchse sind noch in schlimmer Erinnerung. Doch inzwischen ist es wohl so, dass sich der Börsenstrompreis vom Gaspreis abgekoppelt hat. Keiner weiß mehr so genau, wie denn der Börsenpreis momentan überhaupt zustande kommt. Wir haben immer mehr erneuerbare Energie, immer weniger Kohlestrom, eine endliche Zahl Gaskraftwerke, endliche Leitungskapazitäten usw. Kein Rechenmodell kann das abbilden.

Resümee, ein Stromvertrag mit variablen Börsenpreisen ist leider nicht mehr der Hit, schon gar nicht mit PV auf dem Dach und das vielleicht auch noch mit Speicher. Besser ist ein fester Stromvertrag, da kann man ruhig schlafen und muss nicht auch noch ständig überlegen, wann man die Waschmaschine einschalten kann 😉

Ein Artikel dazu auch von Hermann-Josef Tenhagen.

Mit meinem Home Assistant habe ich alles schön übersichtlich im Blick!
Durchschnittliche Strompreise im Jahr 2024, auch nicht gerade prickelnd!