Bilanz 2021 für PV und E-Auto:

Das Jahr 2021 war nicht ganz so gut wie 2020 hat aber immerhin auch wieder 10.284 kWh Strom aus Sonne gebracht. Besonders der Juni mit erzeugten 1.600 kWh war ein absoluter Sonnenmonat.
Von den 10.284 kWh habe ich 1.842 kWh selbst verbraucht, 8.442 kWh wurden eingespeist und mit 0,10 € vergütet.
Die Anlage kostet mich im Jahr 888 € (Abschreibung, Wartung, Versicherung), sie erbrachte 2021 einen Überschuss von 410 €. Bei 15.000 € Kapitaleinsatz macht das 2,7 % Rendite.

2022 muss ich versuchen noch mehr Strom selbst zu verbrauchen. Heißt, Wäsche machen oder Zoe laden, nur wenn Sonne scheint. Momentan zahle ich “nur” 27 Ct für eine kWh bezogenen Strom. Sollte ich eine Erhöhung bekommen, so wird die Rendite aus der PV Anlage besser. Eine selbst erzeugte kWh kostet mich ziemlich genau 10 Ct, das bleibt noch die nächsten 18 Jahre so.

Wer jetzt neu eine PV Anlage auf’s Dach baut kann praktisch keine Rendite mehr erwirtschaften. Die Preise für PV Analgen sind leider ca. 15 % gestiegen, nicht mehr gefallen wie die früheren Jahre, und die Einspeisung bringt gerade mal noch 7 Ct pro kWh, Tendenz weiter sinkend. Wenn die Regierung da nicht nachbessert schaut es schlecht mit dem privaten Zubau von Sonnenenergienutzung aus.

Der Zoe. Insgesamt geladen habe ich 1.324 kWh für ca. 9.000 gefahrene Kilometer. Davon 667 kWh zu Hause aus PV und aus dem Netz, 522 kWh aus Bezahlladestationen und 135 kWh aus geschenkten Ladungen. Zusammen macht das 388 € Stromkosten für die 9.000 km.
2021 waren allerdings an die 3.500 Kilometer eher Langstreckenurlaub dabei und damit auch etliche CCS-Schnellladungen, die immerhin inzwischen 0,52 € pro kWh (ADAC-Tarif) kosten. Ab diesem Jahr läuft unser Lademanager, der dafür sorgen wird, dass der Akku zu Hause nur noch mit Sonnenenergie geladen wird. Da kostet die Kilowattstunde dann nur 0,10 €.

Alles in allem sind das sehr erfreuliche Zahlen, die die Anschaffung eines E-Autos zusammen mit einer PV-Anlage als optimal erscheinen lassen. Man rettet damit natürlich nicht unmittelbar das Klima, aber der Weg hin zu regenerativer Energie ist der einzig mögliche Weg es überhaupt zu schaffen.

Da wollen wir hin …

unser Home Assistant kann schon sehr viel davon. Eine Bidirektionale Wallbox wäre natürlich genial. Aber der Weg ist noch weit. Die Wallboxen kosten momentan noch um die 10.000 €? Und die Autohersteller verbieten die Nutzung der Batterie als Speicher. Außerdem kann das CCS-Protokoll das bisher noch gar nicht. Die Zukunft wird aber sein, dass die Autobatterie als Speicher genutzt werden kann. Wir werden sehen …

Wir laden den Zoe zwar nicht umsonst, aber immerhin für nur 10 Ct pro kWh aus der PV-Anlage, das garantiert die nächsten 20 Jahre. Umsonst gibt es Strom momentan noch beim Aldi. Eine Stunde einkaufen und dafür 22 kWh Strom geschenkt. Der Zoe fährt damit deutlich über 100 Kilometer weit!

Unser Lademanager arbeitet perfekt!

Mein Michael hat das super programmiert. Sobald die Sonne hoch kommt und überschüssige Solarenergie zur Verfügung steht, wird die Ladung des Zoe gestartet. Würde der Herd eingeschaltet oder z.B. die Waschmaschine, dann wird der Ladestrom herunter geregelt oder die Ladung ganz unterbrochen. Es sind jetzt die kürzesten Tage des Jahres, trotzdem produziert die kleine Solaranlage 18,7 kWh pro Sonnentag, da kann man nicht meckern. Übers Jahr liefert die Anlage gute 10.000 kWh Energie. Davon verbrauchen wir ca. 2.500 kWh, inkl. Autoladen, selbst, der Rest wird zu 10 Cent/kWh ins Netz eingespeist. Gerade jetzt, wo die Strom und Benzinpreise steigen, ist die Kombination Solaranlage mit Elektroauto perfekt. Wobei, das ist natürlich schon eine Einschränkung, man sollte Rentner sein, damit man tagsüber sein Auto laden kann. Oder man hat viel Homeoffice und fährt nicht mit dem Auto zur Arbeit. Und, man braucht überhaupt ein verfügbares Dach.

Erzeugte Energie am 21. Dezember. Leider steht ab 13:00 Uhr der Berg im Weg. Aber es werden immer noch 18,7 kWh erzeugt.
Ladesteuerung für den Zoe. Steht genügend Solarenergie zur Verfügung kann er mit max. 3,5 kW geladen werden. Leider kann der Zoe ohne Umstecken nicht von 1-phasig auf 3-phasig umschalten, sonst könnten wir auch mal mit 5 oder 6 kW laden. Aber es reicht auch so. Das Auto ist ja meist nicht leer, braucht also nur einen Nachschlag. Bei 85 % schalten wir ohnehin ab, weil es besser für die Batterie ist.

Ein neues Projekt!

Ja, es wurde Zeit wieder was zu bauen. Mein Michael hat es angestoßen, natürlich war ich sofort dabei. Es geht darum den Ladevorgang unseres Zoe zu optimieren. Heißt laden nur, wenn die Solaranlage genügend Energie liefert. Die zentrale Steuereinheit ist dabei wieder mal ein Raspberry PI mit der Open Source Software “Home Assistant“.

Dieser Home Assistant muss mit diversen Informationen aus allen beteiligten Geräten versorgt werden:
Solaranlage STP8.0-3AV-40 932, wieviel Leistung steht aktuell von ihr zur Verfügung.
Powermeter Shelly 3EM, wieviel Leistung speisen wir gerade ins Netz ein bzw. wieviel beziehen wir.
Wallbox go-eCharger, sie wird angesteuert und startet mit berechneter Stromstärke den Ladevorgang.
E-Auto Zoe R135 Z.E. 50, gibt die Information wie weit der Akku schon geladen ist bzw. noch geladen werden muss.

Nach und nach haben wir es geschafft alle nötigen Geräte an den Home Assistant anzubinden. Eine erste Version läuft. Laden mit der nötigen Stromstärke geht schon mal, stoppen bei einem vorgegebenen Prozentwert der Ladung auch. Fehlt nur noch die Abdeckung der Sonderfälle. Diese Woche sollte das erledigt sein, dann wird nur noch sonnenoptimiert geladen!

Laden aus der Solaranlage bedeutet einen Strompreis von 10 Cent/kWh, so viel kostet der Strom vom Dach. Alles in allem, mit Ladeverlusten, verbrauche ich ca. 16 kWh/100km (24.600 kWh für bis jetzt 15.400 km = 16 kWh/100km). 100 km kosten mich also 1,60 €. Und je teurer Strom und Benzin werden, desto günstiger wird das im Verhältnis sogar noch. Mein Strompreis bleibt nämlich die nächsten 20 Jahre konstant bei 10 Cent, er kann nicht steigen.

Übersichtstableau Home Assistant. Zeige nur noch die relevanten Werte an.
Gibt nette Grafiken, die schön den Energiefluss zeigen.

Habe jetzt noch steuerbare Steckdosen bestellt, damit wird es möglich auch z.B. Waschmaschine oder Trockner primär nur zu betreiben, wenn Solarenergie zur Verfügung steht. Nachdem dieser Zwischenstecker auch messen kann, ist es möglich den Stromverbrauch diverser Geräte zu ermitteln und evtl. zu optimieren.

Der beste Monat ever!

1,584 Megawattstunden oder wie man es besser kennt 1.584 kWh Strom aus der PV-Anlage, das war unser erzeugungsstärkster Monat bisher. Fast jeden Tag Sonne im Juni. Mit dieser Strommenge würde der Zoe 10.000 km, also bei uns ein ganzes Jahr fahren. Ein E-Pedelec könnte unglaubliche 300.000 km mit dieser Strommenge fahren! Die PV-Anlage erzeugt im Jahr doppelt so viel Strom, wie wir samt Auto verbrauchen. Wenn wir das Klima retten wollen, dann kann das nur mit Energie aus Sonne und Wind sein. Diese Energie werden wir haben solange die Erde besteht. Die Sonne liefert in Deutschland 1.200 kWh auf jeden Quadratmeter pro Jahr. Wir müssen diese Energie nur irgendwie einfangen. In der Sahara wären es sogar 2.200 kWh/qm/Jahr. Wird spannend wie es mit oder ohne Klimawandel weitergeht.

Das ist mal eine PV-Kurve!

Sonne von früh bis spät und dabei nicht sehr warm, das mögen die PV-Module. Der Tagesertrag 70 kWh! Damit fährt der Zoe 450 Kilometer, die Ladeverluste schon abgezogen. Eigentlich nicht schlecht. Dass so eine PV-Zelle erst mal produziert werden muss und dabei Energie kostet ist schon klar. Wenn die Zelle aus China kommt und dafür Kohlestrom eingesetzt wird, kein guter Gedanke. Aber zumindest nach 2 Jahren hat die Zelle so viel Energie produziert, wie ihre Herstellung, Transport und Montage gebraucht hat. Verbleiben immer nocht weit über 20 Jahre Stromproduktion ohne Umweltbelastung, auch nicht schlecht.

Kalt …

… ist nicht gut für’s Elektroauto, aber gut für die Stromerzeugung. Die PV-Anlage wird bei Kälte nämlich besser, erzeugt jetzt im Februar schon wieder 40 kWh am Tag!

Ein volles Kalenderjahr PV-Anlage!

Ein gutes Sonnenjahr!

So vergeht die Zeit, schon wieder ein Jahr rum, der Stromverbrauch und die Stromerzeugung müssen abgerechnet werden. Interessant bei mir heuer besonders die Bilanz der neuen PV-Anlage auf dem Dach. Sie war nicht ganz so billig (15.500 € netto), habe gute Qualität gekauft, dafür hatte ich heuer schon mal keinerlei Störung, die Anlage ist perfekt gelaufen. Ein Dank und ein Kompliment hier an die Fa. Hans Haslreiter Solar und besonders an den Matthias Aiger, der mir die Anlage im Keller perfekt verdrahtet und angeschlossen hat! Die installierte Leistung beträgt 9,45 kWp (30 x 315 W), Anlagenleistung 8,3 kWp, damit habe ich im Jahr 2020 10.870 kWh Strom erzeugt. Wobei man sagen muss, dass 2020 sonnentechnisch ein sehr gutes Jahr war. Von dieser Strommenge habe ich 8.542 kWh eingespeist und den Rest von 2.225 kWh selbst verbraucht. Dieser Anteil wird sich in 2021 noch erhöhen, weil 2020 der ZOE ja nur ein halbes Jahr ab Juli geladen wurde. Wie schaut das jetzt finanziell aus:

Erklärung: Ersparnis Bezug ist die Differenz zu meinem aktuellen Öko-Stromtarif mit 0,2661 € pro Kilowattstunde. Überschuss ist Verkaufserlös plus Ersparnis Bezug minus Abschreibung und minus Versicherung. Rendite ist der Überschuss im Verhältnis zu den Anschaffungskosten. Die Rendite beruht auf der Annahme, dass es auf Erspartes keine Zinsen mehr gibt. Wenn das nicht der Fall wäre, dann müsste man auch noch kalkulatorische Zinsen abziehen.

Die ganze Rechnung basiert auf einer Lebensdauer bzw. Förderdauer der Anlage von 20 Jahren. Nach bisherigen Erkenntnissen wird sie aber sicher länger halten. Nach 20 Jahren bekomme ich zwar praktisch keine Einspeisevergütung mehr, dafür ist die Anlage aber auch komplett abgeschrieben. Risiko sind alleine fällige Reparaturen, die sollten sich aber in Grenzen halten. Die Ersparnis beim Bezug wäre also damit mein Überschuss. Grob gerechnet mache ich also auch nach 20 Jahren weiter ein sehr gutes Geschäft. Die Hälfte meines Strombedarfs bekomme ich dann gratis! (Leider werde ich das nicht mehr erleben) Sollte der Strom künftig teurer werden, was sehr wahrscheinlich der Fall sein wird, dann wirkt sich das eher günstig aus, weil die Ersparnis durch den Eigenverbrauch höher werden wird. Nach 5 Jahren darf ich auch die Mehrwertsteueroption ablegen und muss dann als Kleinunternehmer keine Mehrwertsteuer mehr auf den Eigenverbrauch zahlen. Das macht zwar nicht viel aus, ist aber doch auch nicht verkehrt. Resümee, eine PV-Anlage lohnt sich auch heute noch, auch wenn die Einspeisevergütung nur mehr relativ gering ist. Bis zum Jahr 2001 gab es 50,62 Cent pro kWh! Dafür waren aber die Anlagen auch noch viel teurer. Gut ist ein hoher Eigenverbrauch, der sich idealerweise mit einem E-Auto noch deutlich steigern lässt!
Anmerkung Februar 2021: Momentan gibt es nur noch ca. 8 Cent Einspeisevergütung, Tendenz fallend. Heißt, die Rentabilität muss mehr und mehr über den Eigenverbrauch kommen. Bei meiner Konstellation wäre die Rendite jetzt nur mehr ca. 2,5 %. Man muss so eine PV-Anlage halt mittlerweile einfach bauen, weil man vermeintlich der Umwelt etwas gutes tut, die Rendite sollte nicht mehr im Vordergrund stehen!