Bescheuert …

… eigentlich wollte ich doch wieder bescheidenere Touren fahren. Aber was mache ich? Plage mich auf die Priener Hütte! Da war ich das letzte Mal 2004, als ich mich bei der Abfahrt hingelegt und mir dabei das Rückenmark irreversibel gequetscht habe. Ich war damals völlig euphorisch unterwegs Richtung Ottenalm, als mir eine Gruppe Mountainbiker entgegenkam, leider alle nebeneinander, sodass kein Platz für mich mehr war. Blöd und schreckhaft wie ich war, habe ich beide Bremsen voll gezogen. Auf dem felsigen Untergrund ein Fehler, hat mich aufgestellt wie ein Pferd und mit dem Kopf voraus habe ich mich in den Boden gerammt. Gab einen Freiflug mit dem Hubschrauber. Nach einer halben Stunde konnte ich Arme und Beine wieder bewegen. Leider nicht mehr so wie vor dem Sturz. Einschränkungen sind mir bis heute, trotz Einbau eines Titan-Ersatzteiles, geblieben, diese werden im Alter leider auch nicht besser, sondern schlechter.

Aber jammern hilft auch nicht. So bin ich heute am Golfplatz Walchsee gestartet und dann durch Rettenschöß auf der Mautstraße hoch zur Wandberghütte. Von da über Kuhweiden auf Singletrails rüber zum Forstweg, der von Sachrang hochkommt. Da leider wiederholt 20 %, die ich nur mit Schieben bewältigen konnte. Der Rest zur Priener Hütte dann wieder “normaler” Forstweg. Interessant, auf die Hütte verirren sich scheinbar fast nur Bioradler. Heißt, wer da oben ist, der will es wirklich sportlich. Auf der Hütte unterhalb des Geigelstein war es sehr schön, herrliche Aussicht zum Kaiser und eine Brotzeit habe ich mir natürlich auch gegönnt.

Die Abfahrt runter nach Walchsee war zwar anspruchsvoll, weil teilweise schlechter, ausgewaschener Weg, aber mit entsprechender Vorsicht habe ich es diesmal gut hingekriegt. Eine Einkehr für Kaffee und Apfelstrudel habe ich mir in der Riederalm geleistet.

Alles in allem 22,1 km bei 970 hm, schon ganz ordentlich. Entsprechend kaputt war ich auch, zumal heute wieder 29 Grad waren. Aber es sollen ja 40 Grad werden, da bleibe ich dann lieber zu Hause …

Jochbergalmen …

… sehr schön, aber anstrengend. Eigentlich wollte ich ja nach meiner Kaiser-Tour weniger machen, aber die Jochbergalmen standen halt noch auf meiner diesjährigen Agenda.

Erst ging es Richtung Agergschwendt, dann aber geradeaus weiter zum Jochberg. Fast oben kommt noch mal ein ganz steiles Stück. Früher bin ich das ohne Motor gefahren, heute leider auch mit Motor nicht mehr. Problematisch für mich auch das letzte verblockte Stück, da hatte ich Angst, dass es mich hinhaut. Aber mal ein Stück schieben ist ja auch keine Schande.

Ich habe zudem festgestellt, dass ich für solche MTB-Touren die völlig falschen Reifen gekauft habe. Die haben nämlich einen Mittelsteg. Damit sind sie auf Asphalt schön leise, aber auf steinigem Untergrund greifen die seitlichen Stollen erst, wenn man bereits weggerutscht ist und auf der Schnauze liegt. Resümee: Ich bräuchte einen zweiten Laufrädersatz. Einen mit guten Straßenreifen und einen mit guten MTB-Reifen. Entweder ich lasse künftig so verblockte, bzw. schlechte Waldwege oder ich muss mir etwas einfallen lassen.

Auf dem Oberwidholzkaser war es jedenfalls wunderschön, die Temperatur sehr angenehm, eher auf der kühleren Seite. Eine gescheite Brotzeit, ein Brotzeitbrettl, habe ich mir natürlich gegönnt.

Die Abfahrt dann mit Umweg, denn die von mir geplante Route war wegen Holzfällarbeiten gesperrt. Leider bedeutete das zusätzliche Höhenmeter, sodass dann, ich konnte es kaum glauben, 1.070 hm zusammengekommen sind, Strecke nur 21,4 km, also eine echte MTB-Tour (Verbrauch “nur” 350 Wh). Wie Komoot den Höhengewinn rechnet ist mir nicht klar, denn wenn ich die Tour neu plane, dann wären es nur 920 hm, ist aber auch genug.

MTB-Radler ohne Motor sieht man fast gar keine mehr. Auf der Alm waren ausschließlich alle Räder motorisiert. Allerdings keines so läppisch wie meines, sondern alle mit Mittelmotor. Mit einem drehmomentgeregelten Motor ist es halt dann doch leichter zu fahren. Aber was soll’s, ich mach es ja zum Spaß, nicht, weil ich muss.

Was mache ich bei schönem Wetter …

… das ist nicht so leicht zu entscheiden. Heute mal noch nicht Fliegen, nicht Modellfliegen, nicht Garten, sondern Radeln! Wer hätte das gedacht? Wo ich immer schon mal hinwollte, zum Samerberg und dann die Runde über Rohrdorf, Neubeuern, Dandlbergalm und zurück nach Grainbach. Gestartet bin ich bei den Drachenfliegern, nicht oben am Berg, sondern natürlich unten am Landeplatz. Auf diesem Landeplatz bin ich selber oft gelandet, habe selbst das Fluggelände in den Siebzigern mit erschlossen, war etliche Jahre Vorstand von den Münchner Alpinen Drachenfliegern. Lange ist es her, aber die Erinnerungen sind noch präsent, logisch in meinem Alter.
Aber zur Tour. Von den Drachenfliegern ging es nach Törwang rauf und weiter zur Aussichtskapelle Obereck. Dann eine lange Abfahrt runter nach Rohrdorf. Stopp in Neubeuern, ist ein herrlicher Ort. Weiter zum Badesee von Neubeuern, Kaffeepause. Dann habe ich leider wieder nicht genau genug geschaut, sehr steil hoch auf einem teilweise eher schlecht befahrbaren Feldweg zum Dandlberg, bzw. nicht ganz hoch, weil ich natürlich auch nicht gecheckt habe, dass die Dandlbergalm Montag und Dienstag Ruhetag hat. Aber hatte ja Riegel dabei, so konnte ich mit genügend Kraft von Schilding, unterhalb der Hochries, gemütlich rüber nach Grainbach radeln. Die perfekte Erfrischung gab es dann im Naturmoorbad Samerberg. Gesamt war die Runde 24,8 km und dann doch 560 hm. 1,5 km, leider steil bis sehr steil, heißt > 15 %. Landschaftlich ist es am Samerberg wunderschön, kaum zu toppen!

Und noch eine neue Alm …

…die ich sehr empfehlen kann und zwar die Raineralm oberhalb des Walchsees! Sehr schön gelegen, gutes Essen und das auch noch mit anständigen Preisen. Der Weg immer schön schattig dem Weißenbach entlang, bis auf das letzte Stück nicht zu steil, gut fahrbar und wäre auch schön zum Laufen. Es waren einige Wanderer unterwegs. Von der Alm sieht man runter nach Kössen und rüber zum Unterberghorn. Ich bin von zu Hause aus los gefahren, da braucht es leider die Anfahrt zum Walchsee, bevor es dann richtig zur Alm hochgeht. Gesamt habe ich 52 km und 710 hm gesammelt, nicht viel aber auch nicht zu wenig. Abkühlung wie oft am Zellersee, wobei der gar nicht mehr so kalt ist. Ache ging heute nicht, die braucht ein paar Tage bis das Wasser nach Regen wieder klar wird. Morgen soll es ja kühler werden, wieder angenehmer für Radtouren und Wanderungen, mal schauen. Fliegen sollte ich auch mal wieder…

Heiß …

… aber so schön! Heute war ich auf der Bäckeralm, wieder eine neue Alm heuer. Liegt nicht so hoch (800 m), aber hat sehr knackige Rampen mit dabei, gehen sicher auf 17 gar 18 %. Da hilft bei meinem Rad nur Vollgas, treten so gut ich noch kann. Aber, hat geklappt auch wenn es eine Zeit gedauert hat, bis der Schweiß wieder getrocknet ist. Als Belohnung gab es wie immer ein alkoholfreies Weißbier und heute ein Käsebrot. Habe mich lang mit dem Almbauern, er ist so alt wie ich und schon lange Rentner, unterhalten, ich kenne jetzt seine ganze Lebensgeschichte! Die Alm gehört ja den Schwestern von Adelholzen. Für das Pflegen der Weiden und Hüten der Kühe gibt es gerade mal einen Minijob mit 500 € im Monat. Die Almbäurin kann sich mit der Bewirtschaftung etwas dazuverdienen. Reich wird man davon nicht. Aber die Beiden wollten noch mal eine sinnvolle Beschäftigung haben und machen das seit 4 Jahren gerne und aus freien Stücken, nicht weil sie zu wenig Rente hätten und arbeiten müssten.

Auf dem Rückweg bin ich mal nicht an den Zellersee, sonder an die Ache hinter dem Flugplatz. Da brauchst du keine Badehose und kannst dich in dem herrlich sauberen und kalten Wasser wunderbar herunterkühlen. Es geht nicht schöner!

Bei der Flugleitung, dem Philipp Kudelka, habe ich auch kurz vorbei geschaut. Zu beneiden sind die Schüler und Fluglehrer bei der Hitze nicht!

Alles in allem eine wunderbare Tour, trotz Hitze, waren 28,1 km und 350 hm, perfekt für so einen Tag! (Bei uns sind es ja nur 31 Grad, was würden wir bei 40 Grad machen?)

Mit einem gescheiten E-Bike wäre es kein Problem 😉