Einfach dahinradeln …

… und nichts denken, das war mein heutiges Ziel! Nur die Landschaft genießen und wenig Akku verbrauchen. Habe heute mal drauf geachtet und versucht die optimale Unterstützung zu wählen. Also auch bei Steigung 10 % nur Stufe 2 von 9, nicht wie sonst 3. Das reduziert deutlich die Geschwindigkeit, so auf 7 km/h und kommt auf einen Akkuverbrauch von um die 400 W. Das tut dem Motor noch gut, er wird nicht heiß. Der Wirkungsgrad liegt da wohl bei ca. 50 %, ist halt bei dem Heckmotor so. Eine Erkenntnis habe ich gewonnen, der Motor hat einen Nennstrom von 7 A, macht 250 W (Pedelec), aber er hat einen Maximalstrom von 15 A, gleich 500 W. Und diese Leistung kann er auch längerfristig, ohne dass was kaputtgeht! Das erklärt warum ich mit diesem Motor auch steilere Berge hochkomme. Nach Abzug der Wärmeverluste bleiben nämlich immer noch 200 W für den Antrieb. Wenn ich selbst noch gute 100 W dazugebe, dann passt die Rechnung!
115 kg bei 10 % und 7 km/h brauchen dauerhaft ca. 300 W, 15 % mit 5 km/h brauchen auch etwa so viel, also 200 W die Maschine, gute 100 W von mir, so könnte das physikalisch ungefähr passen.

Eines finde ich total interessant, Bosch baut jetzt ganz neu so einen Motor mit fast identischen Leistungsdaten! Das System kann also nicht veraltet und überholt sein. Ich muss auch sagen, dass es sich sowas von angenehm mit so einem Motor fährt. Er arbeitet einfach unabhängig von der Kurbel und gibt mir gefühlt immer genau die Leistung, die ich gerade brauche. Ich gebe nur die maximale Geschwindigkeit vor, in Stufen von 1 bis 9 bis maximal 25 km/h. Er analysiert meine Kurbelgeschwindigkeit und gibt mir mehr Leistung, wenn ich schneller kurble, dann denkt er ich brauche Unterstützung. Ganz anders arbeitet ja ein Mittelmotor, ich habe mir schon solche Räder ausgeliehen und bin damit gefahren. Er misst mein Inputdrehmoment und gibt mir seinen Teil entsprechend dazu. Das hat aber den sehr negativen Effekt, dass wenn mir die Puste ausgeht, er mir auch weniger Leistung dazu gibt. Das ist total blöd, denn gerade dann bräuchte ich ja mehr Leistung dazu! Dem Heckmotor signalisiere ich einfach durch schnelleres Kurbeln, dass ich Leistung brauche. Dieses System ist absolut harmonisch und wunderschön zu fahren. Der einzige Nachteil ist halt, dass der Motor bei niedriger Drehzahl deutlich an Wirkungsgrad verliert. Jedes System hat leider Vor- und Nachteile. Der Heckmotor bräuchte einfach statt dem festen Planetengetriebe mit Untersetzung 5, ein regelbares Getriebe, dann wäre er perfekt. Vielleicht kommt ja sowas noch?

Heute war ich nur auf Radwegen und Straßen unterwegs, auch mal wieder ganz nett. Bin durch den Klobenstein nach Kössen, dann Walchsee, um den Miesberg herum und zurück über Kössen und Reit im Winkl. Vor dem ersten Regenguss war ich genau zu Hause. Gesamt 60,4 km bei 730 hm, 18,8 Ø, eine sehr schöne Tour!